Tierheilpraktiker Ausbildung

Tierheilpraktiker Ausbildung

Um Tierheilpraktiker zu werden, absolvierst Du eine Ausbildung im Präsenzunterricht oder belegst ein Fernstudium. Die Kurse vermitteln Dir das notwendige Fachwissen über Tiermedizin und Heilmethoden.

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker

Um Tierheilpraktiker oder Tierheilpraktikerin zu werden, belegst Du eine Ausbildung im Fernstudium oder Präsenzlehrgang. Die Kurse vermitteln Dir wichtige medizinische Grundkenntnisse, das Wissen über Naturheilkunde sowie spezielle Therapieverfahren. Je nach Lehrgang gehören auch praktische Anleitungen zum Lehrgang.

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker eignet sich für Tierärzte, die sich weiterbilden wollen, sowie für Quereinsteiger in den Beruf. Eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt, deshalb unterscheiden sich Ablauf und Inhalte der verschiedenen Lehrgänge.

Im Interview: Lisa Reifenhäuser. Sie absolvierte eine Weiterbildung im Fernstudium, um Tierheilpraktikerin zu werden.

Anbieter von Ausbildungen zum Tierheilpraktiker

Bei folgenden Instituten kannst Du eine Weiterbildung zum Tierheilpraktiker absolvieren.

Welche Inhalte werden vermittelt?

 Tipp

Überprüfe anhand dieser Checkliste des Ältesten Verbandes der Tierheilpraktiker Deutschlands, ob Dein Lehrgang die notwendigen Inhalte vermittelt.

Link

Die Ausbildung umfasst die Grundausbildung, den klinischen Teil und den naturheilkundlichen Teil. Neben dem medizinischen Grundwissen in Anatomie und Pathologie werden in der Ausbildung zum Tierheilpraktiker auch viele andere Bereiche abgedeckt. Ein nicht unwesentlicher Teil behandelt das Recht, denn der Tierheilpraktiker darf nicht über seine Kompetenzen hinaus tätig werden.

  • Veterinärmedizin
    • Anatomie und Physiologie
    • Pathologie
    • Anamnese und Untersuchungstechniken
    • Diagnose
    • Injektionstechniken
    • Laborkunde
  • Naturheilkunde
    • Akupunktur
    • Homöopathie
    • Pflanzenheilkunde und Phytotherapie
    • Bachblütentherapie
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen
    • Überprüfen der Vitalfunktionen
    • Wundversorgung
  • Gesetzliche Bestimmungen
    • Seuchengesetze
    • Hygienevorschriften
    • Tierschutzgesetze
    • Arzneimittelgesetze
    • Infektionsschutzgesetz
  • Praxisführung
    • Selbstständigkeit
    • Versicherungsschutz
    • Steuern und Gebührenverzeichnis

Wie läuft die Ausbildung zum Tierheilpraktiker ab?

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker erfolgt über Weiterbildungskurse, die Du an einer örtlichen Schule oder im Fernstudium absolvierst. Im Präsenzlehrgang findet der Unterricht in Blöcken, meist am Wochenende statt.

Im Fernkurs lernst Du selbstständig und bist dabei örtlich und zeitlich flexibel. Das ermöglicht Dir, die Ausbildung zum Tierheilpraktiker neben dem Beruf zu absolvieren.

Je nachdem, welchen Lehrgang Du besuchst, dauert die Ausbildung zwischen 1 und 3 Jahre. Sie schließt mit einer Prüfung und teilweise mit einem Praktikum ab.

Es gibt 2 verschiedene Möglichkeiten, die Ausbildung zum Tierheilpraktiker anzugehen: Entweder Du besuchst eine der örtlichen Schulen oder Du belegst ein Fernstudium. Die Ausbildung an den Schulen erfolgt meist über Wochenendseminare oder Abendkurse und dauert 2 Jahre. In Spezialisierungs-Seminaren kannst Du Dein Fachwissen aufwerten. Gute Schulen bieten auch praktische Unterrichtsstunden, in denen Du das erlernte theoretische Wissen anwenden kannst. Auch die Angebote für den Fernunterricht sind vielfältig. Im Fernstudium stehen den Schülern Mentoren zur Seite, die Fragen beantworten und beim Lernen behilflich sind. Um das fehlende Praxiswissen auszugleichen, werden verschiedene Basis-Seminare angeboten, in denen vorwiegend praktischer Unterricht stattfindet. Das Fernstudium zum Tierheilpraktiker dauert in der Regel 20 Monate.

Buchempfehlung

Lehrbuch für Tierheilpraktiker

Mit diesem Lehrbuch kannst Du Dich auf die Prüfung zum Tierheilpraktiker vorbereiten:

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für den Beginn einer Ausbildung zum Tierheilpraktiker unterscheiden sich aus Mangel an gesetzlichen Vorgaben. Einige Institute nehmen Dich erst ab 21 Jahren auf, andere Schulen lassen Dich erst nach Vollendung des 25. Lebensjahres zum Kurs zu. Eine abgeschlossene Ausbildung als Human-Heilpraktiker ist nicht Voraussetzung und auch ein Medizinstudium ist nicht vorgeschrieben. Vorkenntnisse auf diesen Gebieten sorgen aber für Vorteile während des Lehrgangs. Insgesamt ist kein bestimmtes Vorwissen oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen Beruf erforderlich, sodass auch Quereinsteiger eine Fortbildung zum Tierheilpraktiker machen können.

Praxisanteil

An den örtlichen Schulen ist der praktische Unterricht möglich. Hier werden die Kenntnisse von der Theorie in die Praxis übertragen, was den Schülern Sicherheit und Routine vermittelt. Die einzelnen Themen der Unterrichtsstunden unterscheiden sich von Schule zu Schule. Um eine möglichst gute Ausbildung zu erhalten, sollten alle Teilbereiche der Tierheilkunde gut abgedeckt werden. Im Fernstudium vermitteln Blockseminare das praktische Wissen. Das Üben mit den Tieren ist hier aber nur in seltenen Fällen möglich. Am Ende vieler Ausbildungen steht ein Praktikum in einer Tierarztpraxis oder einer ähnlichen Einrichtung. Dieses Praktikum ist nicht in allen Fällen kostenfrei, die frühzeitige Planung des Praktikums macht also durchaus Sinn.

Förderungsmöglichkeiten

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker kann unter Umständen durch Bildungskredite oder -gutscheine gefördert werden. Teilweise übernehmen die Arbeitsagenturen die Kosten des Kurses. Voraussetzung ist dabei meist, dass der Lehrgangsanbieter durch die Bundesagentur für Arbeit als Ausbildungsinstitut zertifiziert wurde. Detaillierte Infos findest Du unter Finanzierung.

Anerkennung der Ausbildung

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker ist gesetzlich nicht geregelt, die verschiedenen Anbieter organisieren die Inhalte und Anforderungen unterschiedlich. Die Anerkennung Deines Abschlusses hängt häufig vom Ruf und der Bekanntheit des Bildungsträgers ab. Achte bei der Auswahl des Lehrgangs darauf, dass sich der Anbieter bei der Abschlussprüfung an die Kenntnisüberprüfungsrichtlinie der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker-Verbände e.V. (kthp) orientiert. Viele Berufsverbände bieten außerdem eine zusätzliche Zertifizierung an. Informiere Dich vor Beginn der Weiterbildung, welcher Berufsverband welche Ausbildung akzeptiert.

Zusammenfassung: warum Tierheilpraktiker werden?

Diese Gründe sprechen für die Ausbildung zum Tierheilpraktiker:

  • Um den Beruf des Tierheilpraktikers kompetent ausführen zu können, ist eine fundierte Ausbildung wichtig.
  • Im Lehrgang oder Fernstudium erlernst Du das nötige Fachwissen und profitierst von den Kenntnissen erfahrener Dozenten.
  • Das Zertifikat des Lehrgangsanbieters schafft Vertrauen bei Deinen Kunden.
  • Die Ausbildung ermöglicht Dir einen beruflichen Perspektivwechsel. Tierärzte können sich durch die Weiterbildung einen neuen Kundenkreis erschließen, Quereinsteiger haben die Chance auf völlig neue Aufgaben.